Globale Musik

Lutherkirche Südstadt

UNITY IN DIVERSITY 24 – DORSAF HAMDANI (TUNESIEN)

Dorsaf Hamdani gilt heute als eine der größten Stimmen Tunesiens. Sie verkörpert die Veränderungen des modernen Mittelmeerraums, ist stolz auf ihren Multikulturalismus und stets auf der Suche nach künstlerischer Wahrheit. Sie studierte Malouf, die arabisch-andalusische Musik Tunesiens sowie halbklassische Genres, die im 20. Jahrhundert im Nahen Osten auftauchten. Sie lernte westliche Musiktheorie und experimentierte mit Fusionsmusik – und erhielt unzählige Auszeichnungen in Tunesien und im Ausland.

Dorsaf Hamdani wurde 1975 als Tochter eines Geigers in der tunesischen Hauptstadt Tunis geboren. Sie erhielt bereits ab dem zehnten Lebensjahr Gesangsunterricht am Nationalen Musikkonservatorium von Tunis. Sie schloss ihr Studium in Tunis 1995 und 2000 an der Sorbonne/Paris jeweils mit einem Master in Musikwissenschaft und später mit Doktortitel ab. Seit 1995 nimmt sie gleichzeitig als Sängerin an Malouf-Konzerten teil, der tunesischen Variante der klassischen arabisch-andalusischen Musik. Sie hat an der Kairoer Oper gesungen und mit den größten Künstlern der arabischen Musik zusammengearbeitet, in Paris lernte sie viele Musiker mit unterschiedlichem Hintergrund kennen und erweiterte ihr musikalisches Universum.

Ihre erste CD Aufnahme 2005 auf dem griechischen Label En Chordais mit dem Takht Musical Ensemble aus Tunis unter Leitung von Kamel Ferjani ist eine Hommage an den bekanntesten tunesischen Malouf-Komponisten Khmayyis Tarnan (1894 -1964), mit dem sie die tiefe Verbundenheit mit ihrer Kultur zum Ausdruck bringt. 2010 beteiligte sich Dorsaf Hamdani an einem gewagten Projekt mit dem iranischen Sänger Ali Reza Ghorbani: eine Hommage an den Sufi Dichter Omar Khayyam im Dialog von persischem und arabischem Gesang.

2011 veröffentlichte sie ein sehr persönliches Album, auf dem sie ausgewählte Lieder von drei großen Diven aus dem Nahen Osten interpretierte: Oum Kalthoum aus Ägypten, Asmahan aus Syrien und Fairouz aus dem Libanon. Mit einem kleinen, klassisch besetzten Ensemble mit Oud, Qanun, Violine, Ney, Tar und Derbouka erweckt sie diese Klassiker wieder zum Leben. Dorsaf sagt über dieses Programm: „Es war eine Teamarbeit, da es gemeinsame Anstrengungen bedurfte, um diese Musik zu etwas Neuem zu machen. Meine Idee war es nicht, einfach Cover-Versionen dieser Stücke zu singen, sondern etwas Neues aus einem bereits vorhandenen Material zu schaffen. Wir haben uns vom Original-Material so weit entfernt, dass die Essenz freigelegt wurde, um eine neue Farbe zu erzeugen.

2012 arbeitete sie mit dem iranischen Perkussionisten Keyvan Chemirani zusammen, um mit der CD Melos eine musikalische Rundreise durch die Musiktraditionen des Mittelmeers zu unternehmen von Malouf über Flamenco bis zu byzantinischer Musik. 2013 präsentierte sie mit Unterstützung des Französischen Kulturinstituts in Tunis und Sfax eine Hommage an die libanesische Sängerin Fairouz und die französische Chansonnière Barbara: sechs Lieder von Barbara und sechs Lieder von Fairouz, die für sie von Daniel Mille neu arrangiert wurden. Dieses Repertoire veröffentlichte sie 2014 als Album Barbara/Fairouz.

Ihre Mission ist es, einen Beitrag gegen die aktuelle Identitätskrise in der arabischen Welt mit ihren Mittel und den Möglichkeiten zu leisten: durch musikalische Wiederentdeckungen kultureller Wurzeln und der Stärkung gerade der jungen Musikszene in Tunesien als Gründungsdirektorin des Festivals ‚Les Journées Musicales de Carthage‘.

Dorsaf Hamdani – Gesang
n.n. – Oud

Adresse

Lutherkirche Südstadt

Martin-Luther-Platz 4

50677 Köln [ Innenstadt ]

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Veranstaltungsort

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